Stolz blickte Helmnot auf das Segelschiff, das im Hafen von Nimrod vor Anker lag. Das Schiff war etwas Besonderes. Als einziges Schiff der Flotte ist es ein reines Segelschiff. Es soll als Flaggschiff der Stolz der Flotte werden.
Zugegeben, die Mannschaft ist noch nicht so richtig mit dem Segeln vertraut. Aber im Laufe der Fahrt zur Yddia werden sie schon lernen, wie man segelt. Sie hatten ja in den letzten Wochen die verschärfte Sonderausbildung von Hauptmann Schneider erhalten. In der ganzen Truppe ist er als Schleifer und scharfer Hund bekannt.
Die feierliche Schiffstaufe war gerade vorüber. Unter dem Namen „Panzerschiff Chanfar“ wird unser Flaggschiff Ruhm ernten. Die Flasche Rum, welche für die Taufe verwendet werden sollte, war zwar verschwunden, aber das fiel in der allgemeinen Hektik nicht so auf.
Nun lag das „Panzerschiff Chanfar“ im Hafenbecken. Jetzt schießt es Salut und läuft aus. Unter dem Druck der schießenden Onager-Batterien krängt das Schiff nach Feuerlee.
Doch was ist das, die haben scharf geladen! Die Geschosse fliegen jaulend über Nimrod und fallen, ganz aus Zufall, in die Kaserne. Zum Glück wird nur ein Gebäude getroffen. Seltsamerweise die Unterkunft von Hauptmann Schneider – Volltreffer. Nun, mit Verlust ist zu rechnen.
Wir werden wohl einen neuen Hauptmann brauchen. Die ausgesandten Retter fanden ihn im Bett liegend. Neben ihm einen Plüschtiger. Hauptmann Schneider war eigenartigerweise mit Stricken festgebunden. Nun vielleicht hatte er seltsame Vorlieben…
Das Schiff läuft unter vollen Segeln aus dem Hafen. Unter dem Geschrei der Mannschaft, die fast die Hafenausfahrt verfehlt, beginnt eine lange Zickzackfahrt zur Yddia. Nun, wie gesagt, sie müssen noch sehr viel lernen.
Für die Zurückgebliebenen stellen sich jetzt wichtige Fragen.
Wer schreibt den Bericht (mit vier Durchschlägen)?
Was schreiben wir da rein?
Helmnot überlegte angestrengt, welcher der Offiziere sich in der letzten Zeit so ausgezeichnet hatte, dass er sich für diese Aufgabe anbot.
Wen wollte er loswerden?
Fortsetzung folgt, irgendwann…
© W. Grubert 2013